Ikonische Designs sind mehr als nur Objekte – sie sind Zeitzeugen, kulturelle Meilensteine und Inspirationsquellen. Möbel wie der Eames Lounge Chair oder die Barcelona-Chaise von Mies van der Rohe haben nicht nur Wohnräume geprägt, sondern auch Designgeschichte geschrieben. Doch wer sind die kreativen Köpfe von heute, die zukünftige Klassiker erschaffen? Welche Entwürfe könnten in Jahrzehnten als Ikonen gefeiert werden? Dieser Artikel beleuchtet aufstrebende Designer, deren Arbeiten das Potenzial haben, die Designwelt nachhaltig zu prägen.
Was macht ein Design eigentlich ikonisch?
Bevor wir uns den aktuellen Talenten widmen, sollten wir klären, was ein Design zu einem zeitlosen Klassiker macht. Es gibt einige Kriterien, die fast alle Designikonen gemeinsam haben:
Emotionale Verbindung: Viele Designklassiker erzeugen eine starke emotionale Resonanz bei ihren Nutzern.
Ästhetische Zeitlosigkeit: Ein ikonisches Design überdauert Modetrends und bleibt auch nach Jahrzehnten relevant.
Funktionalität: Neben einer einzigartigen Form muss das Produkt eine intuitive, nützliche Funktion erfüllen.
Hochwertige Materialien: Die Verwendung langlebiger Materialien trägt zur Beständigkeit bei.
Innovative Ansätze: Ikonisches Design sprengt oft Konventionen und bringt neue Ideen hervor.

Die neuen Wegbereiter des ikonischen Designs
Welche Designerinnen und Designer erschaffen heute Werke, die vielleicht in 50 Jahren als Ikonen gelten? Hier eine Auswahl von kreativen Köpfen, die Designgeschichte schreiben könnten.
Sebastian Herkner – Zwischen Handwerk und Innovation
Sebastian Herkner ist längst kein Unbekannter mehr in der Designwelt. Der deutsche Designer hat eine unverwechselbare Handschrift, die traditionelle Handwerkskunst mit modernen Technologien kombiniert. Sein bekanntestes Werk, der Bell Table für ClassiCon, zeigt, wie Glas und Metall in einer eleganten Balance verschmelzen. Herkner könnte ein zukünftiger Klassiker-Designer sein, weil er mit jedem Entwurf einen einzigartigen Materialmix schafft, der zeitlos wirkt.
Faye Toogood – Skulpturales Design mit emotionaler Tiefe
Die britische Designerin Faye Toogood versteht es meisterhaft, Möbelstücke mit einer fast poetischen Ausdruckskraft zu gestalten. Ihre Roly-Poly Chairs, die an weiche, organische Formen erinnern, könnten in Zukunft als Meilensteine des zeitgenössischen Designs gelten. Ihre Arbeiten stehen an der Schnittstelle von Kunst und Möbeln und faszinieren durch eine skulpturale, aber funktionale Formsprache.
Nendo (Oki Sato) – Minimalismus mit japanischer Raffinesse
Oki Sato, der Gründer von Nendo, schafft es, mit minimalem Design maximale Wirkung zu erzielen. Seine Entwürfe für Firmen wie Fritz Hansen, Cappellini und Kartell zeigen eine feinsinnige Reduktion auf das Wesentliche, ohne die Funktionalität zu vernachlässigen. Der Sofablock Chair, ein Möbelstück, das sich aus einer einzigen Materialfläche faltet, könnte in Zukunft zu den Klassikern zählen.
Patricia Urquiola – Die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft
Patricia Urquiola kombiniert oft traditionelle Designansätze mit avantgardistischen Elementen. Ihr Stuhl Husk für B&B Italia setzt neue Maßstäbe in Sachen Komfort und Nachhaltigkeit. Sie beweist, dass modernes Design nicht nur schön, sondern auch umweltfreundlich sein kann – eine Qualität, die in der Zukunft noch wichtiger werden könnte.
Jaime Hayón – Verspielte Eleganz mit hohem Wiedererkennungswert
Der spanische Designer Jaime Hayón bringt einen Hauch von Fantasie in die moderne Designszene. Seine Möbel, Leuchten und Wohnaccessoires sind oft von organischen, fast surrealen Formen geprägt. Der Favn-Sofa für Fritz Hansen oder der Ro-Sessel könnten eines Tages in die Hall of Fame des Möbeldesigns eingehen.
Ronan und Erwan Bouroullec – Poesie in der Funktionalität
Die französischen Brüder Bouroullec sind Meister darin, modulare und zugleich poetische Designs zu erschaffen. Ihr Alcove Sofa für Vitra ist bereits jetzt ein moderner Klassiker. Ihre Arbeiten vereinen Komfort, Modularität und eine klare, reduzierte Formsprache.
Welche Faktoren entscheiden über zukünftige Klassiker?
Neben der Handschrift der Designer gibt es weitere Faktoren, die über den ikonischen Status eines Objekts entscheiden:
- Langlebigkeit: Nachhaltige Materialien und Produktionsmethoden spielen eine immer größere Rolle.
- Kulturelle Relevanz: Designs, die gesellschaftliche Strömungen widerspiegeln, haben größere Chancen, als Klassiker anerkannt zu werden.
- Marken- und Sammlerwert: Möbelmarken wie Vitra, Cassina oder Knoll haben eine Historie darin, Designklassiker zu fördern und in Produktion zu halten.
- Mediale Präsenz: Ein Design, das in renommierten Museen ausgestellt oder in den sozialen Medien zelebriert wird, hat größere Chancen auf langfristige Anerkennung.

Ikonen entstehen nicht über Nacht
Designklassiker entstehen nicht durch Zufall. Sie sind das Ergebnis visionärer Kreativität, hochwertiger Produktion und gesellschaftlicher Akzeptanz. Während einige der genannten Designer bereits einen festen Platz in der Designszene haben, wird sich erst mit der Zeit zeigen, welche ihrer Werke tatsächlich zu zukünftigen Klassikern werden. Sicher ist: Die Designwelt bleibt spannend und innovativ, und wir dürfen uns auf viele neue ikonische Stücke freuen, die eines Tages in Museen und Wohnzimmern auf der ganzen Welt stehen werden.